Sie sind überall: bunte blinkende Armbänder, die in Scharen und Schwärmen auf Festivals, Konzerten und in Clubs die Stimmung der Menge einfangen und die Nacht erhellen. Doch diese LED-Leuchtarmbänder sind mehr als einfacher Modeschmuck oder ein nett gemeintes Giveaway. Es sind pfiffige Gadgets, die mithilfe technischer Raffinessen ein interaktives Gruppenerlebnis schaffen. Und sie finden zunehmend auch in anderen Bereichen als der Unterhaltung ihren Platz.
Der Reiz der Armbänder liegt in der spannenden Mischung aus gutem Design und Nützlichkeit. Sie machen Spaß, sie schaffen Gemeinschaft, und ihr Funktionsumfang beruht auf verlässlicher Elektronik. Die verschiedenen Modelle haben unterschiedliche Modi: sanftes Dauerlicht, langsame Farbwechsel, feste Farbfolgen, aber auch schnelle Blitzfolgen, die im Takt der Musik aufleuchten. Die ausgereiftesten Versionen lassen sich sogar synchronisieren, so daß dann Hunderte von Armbändern gleichzeitig in derselben Farbe aufleuchten oder wogende Lichtwellen durch die Menge laufen. Die besonderen Funktionen der Armbänder machen sie aus dieser Sicht mehr als nur einen originellen Leuchtartikel. Sie verwandeln sie in ein Werkzeug zur Interaktion.
Und wo ist die Magie? Die Technik hinter dem Licht
Die Magie dieser Armbänder beruht auf dem raffinierten Einsatz simpler Dinge. Im Kern besteht jedes Armband aus einer Reihe von LEDs (Leuchtdioden), einer Steuereinheit und einer Stromversorgung, typischerweise einer Knopfzelle.
Die Steuereinheit ist das Gehirn des Armbandes. Hier steckt ein Mikrocontroller, der programmiert ist so viele LEDs in einer Reihe nacheinander anzusteuern. Der Chip bestimmt also, welche LED wann und in welcher Farbe leuchtet. Die Programmierung kann so weit fortgeschritten sein, daß auch komplexe Lichtsequenzen abgespielt werden, die nicht willkürlich sind, sondern einem vorgegebenen, gefälligen Muster folgen.
Die Highend-Modelle unter diesen Armbändern besitzen außerdem drahtlose Kommunikationsmodule. Diese können mit Funkfrequenzen (wie 2,4 GHz) oder auch seltener mit Infrarot arbeiten. Diese Technik ist der Schlüssel zu den synchronen Schauspielen. Ein einzelner Sender, der z. B. von der Bühne oder dem Veranstalter aus bedient wird, kann Signal an alle in Reichweite befindlichen Armbänder senden, sie anweisen, z. B. in ein bestimmtes Programm zu wechseln oder eine bestimmte Farbe anzunehmen. So wird aus der ganzen Menge eine riesige plakative Lichtinstallation.
Vom Partygadget zum Arbeitswerkzeug
Zwar stellen die Einsatzmöglichkeiten im Entertainment-Bereich die naheliegendsten dar, die technischen Prinzipien hinter den Armbändern finden aber auch in anderen, ernsthafteren Bereichen Anwendung. Die Möglichkeit, eine große Anzahl von Geräten drahtlos und synchron zu steuern, ist ein wesentliches Prinzip des Internet der Dinge (IoT).
In etwas abgewandelter Form finden sich vergleichbare Technologien auch in Logistik und Eventmanagement wieder. So nutzen manche Großveranstaltungen nicht nur RFID- oder NFC-fähige Armbänder als Eintrittskarte, sondern auch für bargeldloses Bezahlen an ihren Ständen. Auch hier sind die drahtlose Kommunikation und die eindeutige Identifikation jedes einzelnen Armbandes die entscheidenden Systeme. Im Bereich Sicherheit und Crowd-Management sind einige Ideen denkbar. Man stelle sich vernetzte Leuchtarmbänder vor, die im Ernstfall den Besuchern ihren kürzesten Fluchtweg anzeigen (z. B. durch blinkende Farben) oder Rettungskräften helfen, in einer Menschenmenge gesuchte Personen schneller zu finden. Solchen Anwendungen steht noch ein langer Weg bevor, sie zeigen aber das Potenzial der Technik.
Was beim Kauf beachten?
Für private Zwecke oder die nächste Party gibt es einige Punkte, die helfen, das richtige Produkt zu finden. Zunächst ist auf die Bauqualität zu achten. Da die Armbänder in den meisten Fällen getragen und bewegt werden, müssen sie stabil und am besten wasserresistent (wenigstens spritzwassergeschützt) sein. Die Art der Befestigung – Klettverschluss, Druckknopf oder elastisches Band – entscheidet über den Tragekomfort und darüber, ob das Armband verloren geht oder nicht.
Die zweite Säule sind die technischen Daten. Die Leuchtdauer hängt von der Batteriekapazität ab. Hochwertige Armbänder schaffen oft über 8–10 Stunden, was für eine Veranstaltung reichen sollte. Die Zahl der LEDs und die Zahl der möglichen Farben bestimmen, wie abwechslungsreich und hell die Lichtshows sein können. Echte RGB-LEDs können Millionen von Farben mischen, einfachere Modelle haben dazu nur sechs oder sieben Grundfarben.
Dann kommt die Bedienung dazu. Einfache Armbänder haben nur einen physischen Knopf zum Durchschalten der Modi. Professionellere Sets kommen mit einer Fernbedienung oder sogar einer Smartphone-App, mit der man präzise Farben auswählen, eigene Sequenzen programmieren oder die Armbänder synchronisieren kann. Wer mehr als nur blinken will, sollte sich über diese Möglichkeiten informieren.
LED-Leuchtarmbänder sind ein schönes Beispiel dafür, wie Unterhaltungselektronik und eine Grundform der Vernetzungstechnik zusammenkommen. Sie schaffen im Kleinen gemeinsame Erlebnisse und zeigen, wie vernetzte Geräte in einem bestimmten Moment eine Gruppe koordinieren können. Wer an den Details der Steuerung interessiert ist: Es gibt im Internet viele technische Erklärungen dazu. Eine gute allgemeine Quelle für alles, was mit LEDs und deren Anwendung zu tun hat, ist das Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF, das an der Entwicklung hocheffizienter Leuchtdioden arbeitet.

